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Buchtipps unserer jungen Leser

Der Buchtipp für den Mai 2015‚ diesmal von Leserin Cahora (15):

Lauren St. John: One Dollar Horse
Verlag Freies Geistesleben 2015, € 17,90

Casey Blue hat einen großen Traum: Gewinnerin der "Badminton Horse Trials", des berühmtesten Vielseitigkeitsturniers der Welt, zu werden. Noch gibt es aber zahlreiche - große und kleine - Hindernisse, die ihr die Erfüllung erschweren...
Einmal wäre da ihr Vater mit seiner kriminellen Vergangenheit, weshalb es der Familie auch an Geld fehlt und Casey an einem ordentlichen Reitstall und einem geeigneten Pferd. Doch Letzteres ändert sich schlagartig, als sie einen heruntergekommenen jungen Hengst vor dem Schlachter rettet und für den symbolischen Preis von einem Dollar freikauft.
Dieses Pferd ermöglicht ihr, ihrem Traum immer näher zu kommen, trotz der skrupellosen Turnierkonkurrenz und auch trotz der muskulösen Oberarme eines Hufschmiedlehrlings, die sie ganz schön aus dem Konzept bringen... Wird es das Dreamteam dennoch zum Turnier schaffen?
Meiner Meinung nach ist das Buch eines der „typischen Pferdebücher“, die alle mehr oder weniger das gleiche Handlungsmuster haben. Dieser Roman zeichnet sich jedoch durch so manch unerwartete Wendung und außergewöhnlich umfassendes Fachwissen über Turniere und Vielseitigkeit aus, das man durchs Lesen vermittelt bekommt. Ein guter Schreibstil und Spannung bis zum Schluss machen „One Dollar Horse“ zu einem lesenswerten Buch.



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Der Buchtipp für den August 2014 vom 'Echinger Bücherladen', diesmal von Leserin Cahora (14):

Emmy Abrahamson: Mind the gap! Wie ich London packte (oder London mich)

Reihe Hanser, dtv 12,95 €

In einer schönen WG mit netten Mitbewohnern leben, viele Freunde haben, sich einen coolen Typen schnappen, an der Royal Drama School studieren und später eine erfolgreiche Schauspielerin werden - so dachte sich die 18-jährige Filippa Karlsson das, als sie von ihrem Heimatland Schweden alleine nach London zieht. Doch es kommt ein wenig anders...
Ihre erste WG entpuppt sich als regelrechte Bruchbude, in der sie sich ein Zimmer mit einem... naja, sagen wir gewöhnungsbedürftigen Mädchen teilen muss, Freunde zu finden stellt sich als ziemlich schwer heraus; als endlich mal ein „cooler Typ“ auftaucht, verarscht er sie nur.
Und als wäre das noch nicht genug, erweist sich die Bewerbung an der Schauspielschule als komplizierter als gedacht, so dass sie sich vorübergehend einen Job suchen muss, bei dem sie sich aber die tägliche Piesacke ihrer Vorgesetzten gefallen lassen muss.
Doch sie sieht das alles nicht so eng und letztendlich wandelt sich alles - langsam aber sicher - zum Guten. Sie zieht um, und diesmal ist das Einzige, was Filippa an der WG auszusetzen hat, der zwielichtige Vermieter - der später aber hinter Gittern landet. Sie lernt nette Leute kennen und wird zu guter Letzt an der Royal Drama School angenommen.
Meiner Meinung nach ein sehr gelungenes Buch, mit viel Witz und Charme geschrieben, das meist viel Spaß macht zu lesen. Es bringt viele interessante Fakten über die Stadt London, seine Stadtteile und - z.T. Recht eigenartigen - Bewohner. Es gibt noch zwei weitere Bände, so dass man sich auf weitere humorvoll erzählten Abenteuer von Filippa und somit guten Lesestoff freuen kann.
Have a nice day!



Diesmal von unserem Praktikanten Daniel Oberhofer, 17 Jahre

Melissa Keil, Der Beweis, dass es ein Leben ausserhalb meines Zimmers gibt. cbt Verlag, 8,99€

Melissa Keil erzählt die Geschichte des Jugendlichen Sam, der zusammen mit seinen Freunden nichts lieber macht, als sich Horrorfilme anzuschauen. Doch seine Welt verändert sich, als Camilla in sein Leben tritt, welche sich zu seiner Verwunderung für ihn und seine "Nerd-Welt" zu interessieren scheint. Durch die meist lustig eingebauten Filmzitate und Filmanspielungen, sowie durch die ausgefeilte Persönlichkeit des Protagonisten und die seines Freundeskreises, bekommt das Buch einen angenehmen Charme. Das einzige Problem ist, dass man viel Hintergrundwissen über verschiedene Filme benötigt, welches beim Fehlen zu Verständnislücken führt.
Das Buch überzeugt mit seiner lustig ausgearbeiteten Geschichte, die an manchen Stellen auch Tiefgang bietet, und ist ab Oktober 2014 erhältlich, was bedeutet, dass Ihr nicht mehr lange darauf warten müsst.



Rezension von Sandra Schichtl, 18 Jahre.

Anna Seidl:
Es wird keine Helden geben
Oetinger Verlag. 14,95 €

Miriam ist 15, glücklich verliebt, beliebt und genießt ihr Leben in vollen Zügen, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, was die Zukunft bringen könnte.
Doch dies ändert sich schlagartig und brutal, so dass von ihrem bisherigen Leben nichts weiter als ein paar Scherben übrig bleiben.
Es geschieht an einem ganz normalen Tag, nichts deutet auf eine Tragödie hin, als sich Miriam mit einer Freundin auf dem Weg zum Sekretariat befindet.
Doch dann hören sie es: Ein Schuss. Dann noch einer.
Wie alle anderen auch ist Miriam verwirrt, verängstigt und tut das einzig Mögliche: Sie versucht sich zu verstecken.
Miriam wird überleben, doch verliert sie fast alles, was sie bis dahin ausgemacht hat.
Damit beginnt die Geschichte einer Heldin, die eigentlich gar keine Heldin ist.
Für mich ist „Es wird keine Helden geben“ von Anna Seidl ein Buch, dass man in Zukunft bei der Behandlung des Themas „Amoklauf“ nicht mehr missen sollte.
Es ist endlich einmal ein Werk, das sich weniger mit dem Täter, sondern vielmehr mit den Opfern dieser Tat befasst, es zeigt die intensive Auseinandersetzung mit den Folgen für die Überlebenden, mit Schuld und Trauer, schonungslos aus der Sicht eines jungen Mädchens erzählt, die ihr früheres, ihr kindlich naives Ich verloren hat.
Nun steht sie vor einem Scherbenhaufen und vor Fragen, bei denen sie die Antwort fürchtet.
Wie soll sie weiterleben, wenn doch Freunde von ihr tot sind? Wie soll sie ihre Trauer verarbeiten, darf sie das überhaupt oder wäre das Verrat an den Toten? Und wie viel Schuld trägt sie selbst an dem Unglück?
Bei der Beantwortung dieser Fragen erlangt der Leser einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt Miriams, die mit sich selbst kämpft, um einen neuen Platz im Leben zu finden.
Dabei spielt auch ihre Clique von Freundinnen und ihre Familie eine Rolle.
Leider wurden deren Charaktere nur sehr oberflächlich beschrieben, so dass man hier kaum einen Zugang findet.
Dafür ist Miriams Gedankenwelt umso überwältigender, sie reißt einen mit in ihrer Entwicklung, die allerdings manchmal ein wenig zu viel des Guten aufweist.
So gibt es jede Menge Lebensweisheiten, die für eine Fünfzehnjährige schon erstaunlich sind und auch die Schnelligkeit ihrer Trauerbewältigung gegen Ende war, sagen wir, beachtlich.
Auch mit diesen kleinen Mängeln hat mich das Buch trotzdem stark berührt.
Denn Mobbing ist etwas, das wohl jeder schon einmal hautnah miterlebt hat, ob nun in der Rolle des Täters, der des Opfers oder einfach als Zuschauer.
Insgesamt kann ich dieses Buch also an alle, egal ob Jugendliche oder Erwachsene, weiterempfehlen.
Es ist ein absolut gelungener Debütroman der damals erst sechzehnjährigen Anna Seidl über Trauer, Freundschaft, Verlust, Liebe, Zuversicht und nicht zuletzt Verzeihen, sich selbst und anderen.



Buchtipp Von Laurin Giacalone (12):

Monica M. Vaughan: „Die Spione von MYERS HOLT - Eine gefährliche Gabe“
dtv junior, € 14,95

In dem Buch geht es darum, dass der Junge Chris Lane (12) bei einem Test für eine Hochbegabtenschule qualifiziert wird, MYERS HOLT. Dort lernt er seine geheimnisvolle Fähigkeit, die „GABE“, zu nutzen. Er kann in anderer Leute Gedanken eindringen und sie dazu bringen, dass sie etwas machen, das sie sonst nie tun würden. Mit fünf weiteren Schülern wird er darauf vorbereitet den Premierminister beim Antarktisball zu schützen, weil eine mysteriöse Reihe von Attentaten auf ehemalige Spione von MYERS HOLT die Stadt erschüttert. Beim Antarktisball kommt es zum großen Finale zwischen Chris und dem Attentäter…
Mir hat das Buch gut gefallen, besonders der Gedanke daran, dass wir im 12. oder 13. Lebensjahr unsere „GABE“ verwenden können. Der Inhalt ist spannend und arbeitet auf einen noch spannenderen und interessanteren Höhepunkt hin.



Buchtipp Dezember

Der Buchtipp für den Dezember 2013 vom 'Echinger Bücherladen', diesmal von Kundin Milena Mandausch, 15 Jahre:

Antonia Michaelis:
Nashville oder das Wolfsspiel

Svenja zieht zu Beginn ihres Medizinstudiums nach Tübingen in ihre erste eigene Wohnung. Dort findet sie - auf dem Kopf im Küchenschrank stehend - einen verwahrlosten, stummen Jungen, den sie nach dem Aufdruck seines T-Shirts "Nashville" nennt. Obwohl sie schon genug Probleme mit den alltäglichen Schritten in die Selbstständigkeit hat, kann und will sie den Jungen nicht abgeben.
Keiner scheint ihn zu vermissen, und die wenigen Versuche, die sie startet, Hilfe bei sozialen Einrichtungen zu suchen, kommentiert der Junge dadurch, dass er mühsam errungenes Vertrauen wieder verliert und sich in sich zurückzieht. Also fügt sich Svenja in ihre Rolle als Ziehmutter und versucht den Jungen und sich so gut es geht durchzubringen.
Als einige Tage später eine unbekannte weibliche Leiche im Wald gefunden wird, geht es jedoch nicht mehr nur um einen obdachlosen Jungen, sondern um ein Spiel um Leben und Tod. Die Frau im Wald bleibt nicht lange die einzige Leiche in Tübingen...

Für mich ist "Nashville oder Das Wolfsspiel" das erste Buch von Antonia Michaelis,, und ich muss als erstes ihren Umgang mit der Sprache loben. Ihre Erzählweise ist sogartig und poetisch, selbst, wenn sie ganz alltägliche Szenen beschreibt oder nichts sonderlich Spektakuläres geschieht.
Sehr gut gefallen haben mir außerdem die Darstellung von Vertrauen und Freundschaft in diesem Buch. Die Autorin zeigt, dass es sehr lange dauert, bis sich Vertrauen aufbaut, es aber in Sekundenschnelle wieder zerstört werden kann.
Übertrieben und unreflektiert finde ich den Anteil der Szenen körperlicher Liebe und den Umgang der jungen Erwachsenen mit Alkohol und Drogen. Insgesamt eine sehr spannende und lohnende Lektüre für junge Erwachsene.